Präzedenzloser Hamas-Angriff auf Israel

Der Angriff der Hamas und des Islamischen Jihad auf Israel ist in der Form präzedenzlos. Noch immer nehmen die Jihadisten Geiseln in den Städten und Kibbuzim rund um den Gazastreifen. Sie haben israelische Zivilisten auf der Straße und in ihren Wohnungen massakriert. Die Leichen von Israelis wurden in Gaza ausgezogen durch die Straßen geschleift, mindestens ein Gefangener wurde wahrscheinlich gelyncht.

Es sollen 35 israelische Soldaten von den Jihadisten gefangen genommen und nach Gaza gebracht worden sein, zudem gibt es womöglich auch zivile Geiseln. Nachdem schon Verhandlungen um einzelne Geiseln sonst Jahre gedauert haben, macht dies eine israelische Bodenoffensive in Gaza zusätzlich zum bereits begonnenen Bombardement umso wahrscheinlicher. Viele Palästinenser in den Grenzregionen haben wohl schon die Flucht ergriffen und versuchen irgendwo weiter im Inneren von Gaza unterzuschlüpfen.

In Ramallah und Nablus sind Hamas-Unterstützer massenhaft auf der Straße, auch die neue Miliz Lions’ Den aus Nablus hat ihre Unterstützung für den Angriff auf Israel erklärt. Nablus und Jenin werden ohnehin von Milizen kontrolliert, man muss von dort also mindestens mit Anschlägen auf Siedlungen rechnen. Hoffen wir trotzdem, dass die die zurückhaltenderen Teile der palästinensischen Bevölkerung und die Autonomiebehörde zumindest in Ramallah, Bethlehem, Hebron, Jericho die Überhand behalten werden und es nicht weiter eskaliert oder gar die Hamas übernimmt. Aufgrund des Feiertags sind die Checkpoints zur Westbank im Moment ohnehin alle geschlossen.

Die Hizbullah hat bislang nur erklärt, dass sie mit der Hamas in Kontakt steht. Hoffen wir, dass sie vom Libanon aus nicht auch noch angreifen wird.

Die offizielle Begründung der Hamas für ihren Angriff ist mal wieder der Schutz Jerusalems bzw. der al Aqsa und des Haram al-Scharif, weshalb jetzt Raketen auf Jerusalem fliegen, dabei hat es in den letzten Wochen auch keine großartigen Zwischenfälle dort gegeben. Die Hamas nutzt den heutigen letzten jüdischen Feiertag für ihren verbrecherischen Angriff. Es kann sein, dass sie sich – unterstützt vom Iran – unter Zugzwang sah aufgrund der israelisch-saudischen Annäherung, zu der nun auch anscheinend die palästinensische Autonomiebehörde nach Gespräch mit den Saudis ein stilles Einverständnis gegeben hat.

Die Raketen wurden zum Glück großteils abgefangen, einzelne Treffer auf kurzer Distanz, Schrapnell von abgeschossener Rakete in Tel Aviv, ein palästinensisches Haus in Bethlehem getroffen. Vor allem Machtdemonstration, nachdem die Hamas nun seit Frühjahr 2021 ihre Raketenvorräte wieder aufgebaut hat.

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